Unterricht

Knallhart und Feminin - Frauen und Taekwon-Do

In den letzten Jahren ist deutlich zu beobachten, dass immer mehr Frauen und Mädchen intensiv im traditionellen Taekwon-Do trainieren. Es mag von Interesse sein, auf die Gründe dafür einzugehen.


Schon immer haben sich viele Frauen für Kampfsportarten -eine angebliche Männerdomäne- interessiert. Was sie aber meist davon abhielt, diese Sportarten auch auszuführen, war die vielfach zu beobachtende Scheu der Frauen vor Zweikämpfen.

 

Diese ist im traditionellen Taekwon-Do jedoch unbegründet, da diese Sportart ohne direkten Kontakt zu einem Gegenüber ausgeübt wird. S

 

elbst dann, wenn Selbstverteidigungstechniken geübt werden, achtet man peinlichst genau darauf, den Partner nicht zu verletzen, so dass auch hier die negativen Folgen von Zweikämpfen nicht in Betracht kommen. Dazu kommt, dass die Frau einen fingierten Angriff eines Mannes abwehrt, nicht aber umkehrt.


Gerade das Üben von Selbstverteidigungstechniken aber ist es, was das Selbstbewusstsein der Frauen enorm stärkt, da sie wissen, dass sie sich im Notfall durch bestimmte Griffe, Schläge und Tritte jeden Gegner vom Leibe halten können.


Frauen, die in Sportarten wie dem traditionellen Taekwon-Do ausgebildet sind, brauchen keine Angst zu haben, wenn die nachts von einer Feier alleine nach Hause oder zum Auto gehen müssen.

 

Selbst ihr Gang strahlt bereits das neu gewonnene Selbstbewusstsein aus. Schließlich geben auch erfolgreich absolvierte Bruchtests den Frauen das Bewusstsein, über genügend Schlagkraft im Falle eines körperlichen Angriffs zu verfügen.

        

Kriminalprävention - Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Vergewaltigung gehört zu jenen Delikten, die schon immer eine große viktimologische Interesse geweckt haben. Aber besonders der Frauenbewegung ist es zuzurechnen, dass die Sensibilität gegenüber der Gewalt gegen Frauen weiter gestiegen und die Toleranzschwelle gegenüber erzwungenen körperlichen Kontakten deutlich gesunken ist. Eine gültige Antwort auf die zentrale Frage, ob Frauen sich wehren sollten, also Gewalt gegen Gewalt setzen sollten, hat die Viktimologie bisher noch nicht gefunden.

Die Kriminalhauptkommissarin Susanne Paul kommt allerdings, aufgrund einer Studie der Kriminalpolizei Hannover, zu dem Ergebnis, dass Kampfbereitschaft der sicherste Weg zur erfolgreichen Abwehr sexueller Gewalt ist.

Das Gegenwehrverhalten und dessen Folgen konnte bei 286 Frauen, die vergewaltigt oder sexuell genötigt wurden, untersucht werden. Die Gegenwehr / Folgen - Auswertung ergab folgendes Bild:

Keine Gegenwehr:

leisten 28% der Frauen.

Leichte Gegenwehr:

(zögerlicher, eher passiver Einsatz von Stimme, Armen, Beinen) leisteten 47,5%. Bei 31,6% konnte der Täter die Tat trotzdem ausführen.

Massive Gegenwehr:

(energischer, aktiver Einsatz der genannten Mittel) leisteten 24,5% der Frauen. Bei 84,3% führte die massive Gegenwehr zum Abbruch der Tat.

 



"Die oft befürchtete Eskalation der Gewalt bleibt bei Gegenwehr meist aus", ergab die in der Zeitschrift Kriminalistik veröffentlichte Studie.

 

Demnach ließen Angreifer in rund 3/4 aller Fälle von einer sexuellen Attacke ab, wenn sich die Frauen physisch und verbal "energisch" zur Wehr setzen.

 

"Wehre Dich und Du kommst besser weg", bringt Susanne Paul ihre Ergebnisse auf den Punkt.